Einleitung: Partner statt Papierkorb
Die Suche nach finanzieller Unterstützung für ein Projekt ist mit viel Zeit und Arbeit verbunden. Soll sie nicht vergebens sein, kommt es auf die richtige Strategie an.
Geschätzte 90 Prozent der Förderanfragen bei Stiftungen landen im Papierkorb. Die Gründe: Das Projekt passt nicht zu Konzept und Strategie der Stiftung, die Planung des Projektes ist mangelhaft oder es überzeugt die Stiftung nicht.
Doch Scheitern muss nicht sein. Tausende gemeinnützige Aktionen, Institutionen und einzelne Personen werden jährlich von Stiftungen unterstützt, viele Projekte werden durch Stiftungen gar erst möglich. Und andersherum betrachtet: Nicht nur viele Projekte sind dank Stiftungen erfolgreich, auch Stiftungen brauchen Projekte zum Erfolg. Ihr Ziel ist das Erreichen des in der Satzung festgeschriebenen Stiftungszwecks. Rufen sie dafür nicht eigene Projekte ins Leben, brauchen sie Menschen und Organisationen, die sich für die von ihnen fokussierten Ziele engagieren und die sie dabei unterstützen können.
Sie sind also auf dem Weg, zu einem der wichtigsten Partner einer Stiftung zu werden. Sechs Schritte gilt es auf diesem zu gehen:
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Schritt 1: das richtige Selbstbild: Wer bin ich und was will ich?
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Schritt 2: das richtige Fremdbild: Was machen eigentlich Stiftungen?
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Schritt 3: die richtige Suche: Wie finde ich Stiftungen überhaupt?
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Schritt 4: das richtige Finden: Welche Stiftung passt zu mir?
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Schritt 5: die richtigen Worte: Wie schreibe ich einen Förderantrag?
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Schritt 6: die richtigen Taten: Abgeschickt - und dann?
Das richtige Selbstbild: Wer bin ich und was will ich?
Bevor man sich daran macht, eine Stiftung als Projektpartner und Geldgeber zu finden, sollte man alle wichtigen Informationen über sich selbst bzw. die eigene Organisation und das eigene Projekt zusammenstellen sowie sich über die benötigte Förderung im Klaren sein.
Wichtig ist zunächst ein klares Bild der eigenen Person bzw. Organisation. Schließlich wollen Stiftungen wissen, mit wem sie zusammenarbeiten und wem sie ihr Geld geben. Die wichtigsten Daten und Fakten sollten also zusammengetragen und so aufbereitet werden, dass sie Außenstehende überzeugen. Mit Blick auf den Förderantrag müssen dabei das eigene Profil, die Ziele und die Kompetenz für das Projekt deutlich werden.
Selbstverständlich unterschieden sich die nötigen Daten je nach Antragsteller, Projekt und Stiftung, an die man herantreten möchte. Eine gerade ins Leben gerufene Initiative, die mit finanzieller Unterstützung einer örtlichen Stiftung 20 neue Bäume im Stadtpark pflanzen möchte, wird ein anderes Profil erstellen als eine etablierte Organisation, der es um eine weitere Großkampagne zum Schutz der weltweiten Waldbestände geht. Wichtig ist aber in beiden Fällen: Die Stiftung sollte schnell ein klares Bild davon bekommen, mit wem sie es zu tun hat.
Folgende Fragen können beim Erstellen des eigenen Profils als Orientierung dienen:
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Wer sind wir und welche Ziele streben wir an?
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Welches sind unsere Visionen und Werte?
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Wie sieht die Geschichte unserer Organisation aus?
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Wie arbeiten wir?
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Welches Image und welchen Bekanntheitsgrad haben wir?
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Was macht uns besonders?
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Welche Kompetenzen haben wir im Projektbereich?
Wer schon andere Projekte realisiert hat, sollte auch auf diese und deren Erfolge eingehen. Dazu gehört auch die öffentliche Wahrnehmung, beispielsweise die Zahl der Medienberichte über bisherige Projekte.
Im nächsten Schritt folgt der Blick auf das geplante Projekt. Entstehen soll eine klare, konkrete Darstellung der Pläne. Was, wann, wie, wo, warum, das alles sollten Sie wissen – und zwar genau. Ist das Konzept vage und hinterlässt es viele Fragezeichen, ist ein Förderantrag vergebens. Folgende Aspekte sollten beachtet, folgende Fragen geklärt sein:
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Ziel: Was ist der genaue Zweck des Projekts? Was soll erreicht werden?
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Zielgruppe: Wer soll erreicht werden? Wie viele Menschen umfasst diese Zielgruppe im konkreten Fall?
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Einordnung: Worin besteht die Besonderheit? Welchen Mängeln soll das Projekt begegnen? Welche anderen Angebote gibt es bereits?
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Mitarbeiter: Wie groß ist der Arbeitsaufwand? Wen brauche ich für das Projekt? Wen habe ich? Wer wird die Arbeit machen? Gibt es Projektpartner?
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Zeitplan: Um welchen Zeitrahmen geht es? Was soll wann und wie oft gemacht werden?
Wichtig ist hier, möglichst konkret und detailliert zu sein. So sollte zum Beispiel als Zielgruppe nicht nur "Schüler" feststehen, sondern beispielsweise mathematikbegabte (Note 2 und besser) Schülerinnen des Gymnasiums der Klassenstufe 8 und 9 in ländlichen Gebieten (Orte unter 20.000 Einwohnern) im Süden Baden-Württembergs.
Und schließlich - und das ist äußerst wichtig - muss die Finanzplanung stehen. Sie müssen auch hier konkrete Zahlen kennen und nennen. Erstellen Sie einen Kostenplan, der die Einnahmen, Ausgaben, Alternativen, Kosten zur idealen Verwirklichung des Projekts und Mindestkosten nennt!
Und Achtung: Kaum eine Stiftung fördert ein Projekt zu 100 Prozent. Eigenmittel und andere Geldquellen sind nötig - und sollten feststehen, bevor man sich an eine Stiftung wendet. Und schließlich muss man sich Gedanken um die Anschlussfinanzierung machen: Wie soll das Projekt weiterfinanziert werden, wenn die Förderung der Stiftung endet?
Sind all diese Dinge geklärt, ergibt sich die Antwort auf die dritte grundlegende Frage: Was will ich eigentlich von der Stiftung? Dabei geht es nicht nur um den Geldbetrag, den Sie beantragen möchten. Überlegen Sie sich auch, wie die Zusammenarbeit mit der Stiftung aussehen könnte. Möchten Sie eine kurz- oder langfristige Partnerschaft? Welche Unterstützung brauchen Sie? Was können Sie zurückgeben?
Tipp: Sollte es in Ihrem Umfeld jemanden geben, der bereits Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Stiftungen hat, nutzen Sie diese! Suchen Sie nach bestehenden Kontakten zu Stiftungen! Greifen Sie auf vorhandene Projektanträge zurück! Sprechen Sie mit Kollegen und Bekannten!
Das richtige Fremdbild: Was machen Stiftungen eigentlich?
Mancher, der bei einer Stiftung eine Förderung beantragt, weiß gar nicht so genau, was eine Stiftung ist und was sie tut. Er kennt lediglich die Namen einiger Stiftungen und hofft auf einen Geldsegen für das eigene Projekt. Doch um eine Stiftung als Partner für ein Projekt zu gewinnen, reicht das nicht aus.
Grundsätzlich sollte klar sein: Eine Stiftung existiert nicht, um Anträge entgegenzunehmen und unter den Antragstellern Geld zu verteilen. Stiftungen existieren des Stiftungszwecks wegen. Die allermeisten dieser Zwecke sind gemeinnützig. Die Stiftungen verfolgen nur zu etwa sechs Prozent ganz oder zum Teil private Interessen. Zu etwa 30 Prozent widmen sie sich sozialen Zwecken, zu jeweils 15 Prozent Bildung und Erziehung sowie Kunst und Kultur, zu 13 Prozent der Wissenschaft und Forschung und zu vier Prozent dem Umweltschutz.
Das heißt jedoch nicht, dass für die geplanten neuen Bäume im Stadtpark alle Umweltstiftungen als Förderer in Frage kommen. Der allgemeine Stiftungszweck ist meist in Förderrichtlinien, Leitbildern, anderen Dokumenten und in der Förderpraxis sehr genau und eng ausdifferenziert. Manche Stiftungen haben zudem Jahrespläne oder aktuelle Förderschwerpunkte. Entsprechend müssen Projektanträge auch wirklich zur Arbeit der Stiftung passen.
Stiftungen unterscheiden sich auch darin, wie sie ihren Stiftungszweck erreichen wollen: Operative Stiftungen rufen eigene Projekte ins Leben, fördernde Stiftungen unterstützen Projekte anderer. Mehr als 80 Prozent aller Stiftungen ist fördernd tätig, doch auch von diesen nehmen nicht alle Förderanträge entgegen. Fördernde Stiftungen suchen sich also zur Erfüllung ihres Stiftungszwecks einen Partner. Dieser Blick auf Stiftungen ist wichtig für Antragsteller: Wer ein Projekt vorschlägt, sollte sich auch als ein potenzieller Partner sehen, nicht als Bittsteller.
Aufzuräumen gilt es auch mit dem verbreiteten Vorurteil, großer Reichtum gehöre zum Wesensmerkmal einer Stiftung. Mehr als die Hälfte der deutschen Stiftungen besitzen weniger als 500.000 Euro, weitere 14 Prozent zwischen 500.000 und einer Million Euro. Und dieses Vermögen geben Stiftungen nicht aus. Lediglich die Erträge und eventuell Spenden setzen sie für den Stiftungszweck ein. Das garantiert langfristige Existenz und Wirken der Stiftung, heißt mit Blick auf eingehende Förderanträge aber auch: Die zu verteilenden Mittel sind begrenzt.
Und schließlich gilt: Jede Stiftung ist anders. Sie unterscheiden sich unter anderem in Organisationsstruktur und Größe, der Art der Arbeit und der Förderung, im Umgang mit Förderanträgen, in der Zusammenarbeit mit Projektpartnern. Ein genauer Blick auf die einzelne Stiftung lohnt sich also.
Die richtige Suche: Wie finde ich Stiftungen überhaupt?
18.162 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts Ende 2010 und zahlreiche Stiftungen anderer Rechtsformen - die Anzahl ist überwältigend. Doch trotz der Vielzahl deutscher Stiftungen: Die allerwenigsten kommen für eine Förderung in Frage. Zunächst gilt es, sich einen ersten Überblick zu verschaffen: Welche Stiftungen sind überhaupt auf meinem Gebiet aktiv?
Erste Ergebnisse kann bereits eine der einschlägigen Suchmaschinen im WWW liefern. Systematischer geht dagegen vor, wer dieses Verzeichnis heranzieht. Es enthält rund 19.000 Stiftungsporträts mit Hinweisen auf Projekte und Förderbedingungen. Aber auch das Internet eignet sich für eine systematische Überblickssuche. Vor allem die Online-Stiftungssuche des Bundesverbandes (
www.stiftungen.org/stiftungssuche) ist dabei hilfreich.
Bei der ersten Suche nach Stiftungen geht es darum, eine grobe Liste möglicher Förderer zu erstellen. Das vorhergehende Kapitel hat schon die ersten Auswahlkriterien genannt:
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Welcher Zweck einer Stiftung passt zu meinem Projekt?
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Welche dieser Stiftungen ist fördernd tätig?
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Bei welcher dieser Stiftungen können Anträge eingereicht werden?
Ein weiteres Kriterium, das die Zahl der infrage kommenden Stiftungen deutlich einschränkt: Der Großteil der Stiftungen – nämlich 80 Prozent – engagieren sich ausschließlich lokal oder regional. Für die Förderung eines Projekts kommen also außer den überregional tätigen Stiftungen jene Stiftungen in Betracht, die sich vor Ort engagieren. Grundsätzlich lohnt es sich, gerade wenn es um lokale Projekte geht, die örtlichen Stiftungen genau im Blick zu haben. Zwar ist ihr Budget meist kleiner, doch die Konkurrenz der Fördermittelsuchenden ist es auch. Und das Projekt erfüllt mit der regionalen Verortung ein wichtiges Auswahlkriterium der Stiftung.
Tipp: Bei der ersten Auswahl sollten Sie großzügig vorgehen: Ist nicht ganz klar, ob eine Stiftung für Ihr Anliegen in Frage kommt, nehmen Sie sie vorerst in die Liste potenzieller Förderer auf. Die genaue Auswahl erfolgt im nächsten Schritt.
Das richtige Finden: Welche Stiftung passt zu mir?
Jetzt müssen aus der Liste potentieller Förderer jene identifiziert werden, die tatsächlich für das eigene Projekt in Frage kommen.
Betrachten Sie zunächst den Stiftungszweck genauer, um herauszufinden, ob dieser zu ihnen passt! Haben Sie beispielsweise noch alle Stiftungen, die sich der Bildung widmen, auf der Liste, gilt es nun herauszufinden: Was meint die Stiftung mit Bildung konkret? Welchen Schwerpunkt und welche Zielgruppe hat sie? Denn Bildung ist ein weites Feld: Manche Stiftungen engagieren sich im Bereich der Frühförderung, andere haben Studenten im Blick, dritte unterstützen benachteiligte Schüler, wieder andere fokussieren sich auf Sprachförderung, auf hochbegabte Kinder, auf Musikunterricht oder Naturwissenschaften - um nur einige Beispiele zu nennen.
Zu beachten gilt außerdem: Gewährt die Stiftung überhaupt Förderungen der benötigten Art? Und welche Auswahlkriterien und Anforderungen gibt es? Viele Stiftungen haben genaue Vorgaben und Vorstellungen, wie Projekte sein sollen und nach welchen Kriterien sie ausgesucht werden. Passt Ihr Projekt nicht, lohnt sich die Bewerbung nicht.
Werfen Sie auch einen Blick auf die Förderpraxis: Welche Projekte hat die Stiftung in jüngster Zeit gefördert? Welche Fördertradition gibt es? Passt Ihr Projekt in diese Linie? Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch die Dimension der geförderten Projekte. Unterstützt die Stiftung einzelne Maßnahmen oder übergreifende Projekte? Setzt sich eine Stiftung beispielsweise für mehr Bewegung bei Kindern durch bundesweite Aufklärungskampagnen und Seminare für Lehrer und andere Multiplikatoren ein, wird das von Ihnen geplante Kinderfußballturnier keine Unterstützung finden, auch wenn es ebenfalls Bewegung fördert. Beachten Sie auch die finanzielle Dimension der Förderung. In welcher Höhe fördert die Stiftung Projekte? Handelt es sich um Anschub- oder Komplettfinanzierung? Ist die Stiftung Hauptförderer, möchte sie alleiniger Förderer sein oder unterstützt sie nur Projekte, für die es andere finanzielle Unterstützer gibt? Und: Passt das alles zu den eigenen Plänen?
Auf der Suche nach all diesen, nicht immer leicht zu beschaffenden Informationen, kann zunächst die Homepage der Stiftung hilfreich sein. Mehr als ein Drittel der fördernd tätigen Stiftungen haben eine Internetpräsenz. Häufig stehen hier zahlreiche Informationen zur Verfügung. Aufschlussreich sind auch Infobroschüren, Jahresberichte, Newsletter, Pressemitteilungen, Zeitungsberichte, Bewerbungsrichtlinien, Fachpresse und Bücher. Viele dieser Dinge finden sich ebenfalls im Internet – aber nicht alle. Wenn Sie nicht weiterkommen, sollten Sie die Stiftung direkt kontaktieren. Wichtig dabei: Wer anruft oder eine E-Mail schreibt, sollte sich gut vorbereiten, so viel wie möglich bereits wissen und nur gezielte Fragen stellen.
Mit dieser Informationssuche finden Sie nicht nur heraus, welche Stiftung als Förderer tatsächlich in Frage kommt. Außerdem sammeln Sie wichtige Informationen für das Schreiben des passgenauen Antrags.
Tipp: Am Ende dieser Auswahl sollten maximal fünf Stiftungen stehen, die wirklich zu Ihnen und Ihrem Projekt passen. Denken Sie dabei auch daran, herauszufinden, ob es für das Einreichen von Anträgen bestimmte Termine gibt. Viele Stiftungen geben vor, wann ein Antrag für einen bestimmten Förderzeitraum spätestens vorliegen muss.
Die richtigen Worte: Wie schreibe ich einen Förderantrag?
Bevor es ans Schreiben geht, sollten Sie die aktuellen Ansprechpartner und Kontaktdaten der Stiftung recherchiert und sich über die Details zum Antragsablauf informiert haben. Denn viele Stiftungen haben konkrete Vorstellungen und Vorgaben, wie ein Antrag aussehen muss. Wer nicht an Formalitäten scheitern will, ist gut beraten, sich daran zu halten.
So befassen sich manche Stiftungen nur mit ausführlichen Anträgen, andere wünschen erst eine Kurzbeschreibung. Manche Stiftungen stellen vorgefertigte Antragsformulare zur Verfügung, andere haben eine Liste der einzureichenden Unterlagen. Den einen perfekten Förderantrag gibt es also nicht. Gut ist der Antrag vielmehr dann, wenn er - inhaltlich und formal - genau zu der ausgewählten Stiftung passt.
Trotzdem gibt es einige Tipps, die es zu beachten lohnt, und einige Aspekte, die man im Blick haben sollte:
Sprache: Schreiben Sie prägnant, knapp und treffend, formulieren Sie kurz und bündig. Floskeln, umständliche Konstruktionen und unverständliche Fachterminologie sind zu vermeiden.
Länge: Je nach Größe des Projekts, beantragter Fördermittel und Vorgaben der Stiftung variiert die Länge des Antrags. Bei einem kleinen Projekt könnten einige Seiten reichen, bei einem großen wird in der Regel ein ausführliches Dossier mit Begleitschreiben erwartet.
Struktur: Der Aufbau sollte logisch sein. Abhängig vom Umfang sollte es Gliederung und Inhaltsverzeichnis geben. Orientieren Sie sich auch hier an den Vorgaben der Stiftung!
Gestaltung: Das Layout sollte gut lesbar und ansprechend sein. Passen Sie die Gestaltung Ihrem Thema an und dem Bild, das Sie von sich vermitteln wollen! Entscheiden Sie sich bewusst für oder gegen Farbe, Bilder, für ein bestimmtes Papierformat und eine bestimmte Papierqualität! Auch über die Gestaltung der Titelseite sollten Sie sich Gedanken machen. Die entstehenden Kosten sollten dem beantragten Förderbetrag gerecht werden. Ziel ist es, ein professionelles Bild zu vermitteln - aber nicht den Eindruck, Sie gingen mit Geld verschwenderisch um.
Inhalt: Hier nutzen Sie nun die vorbereiteten Informationen über sich selbst, das Projekt und die Stiftung: Beschreiben Sie anschaulich, präzise und konkret, wer Sie sind, um welches Projekt es geht und welche Art von Unterstützung Sie beantragen möchten!
Sollten keine formalen Vorgaben gemacht werden, kann ein Antrag so strukturiert werden:
Anschreiben: Auf das Anschreiben fällt der erste Blick der Stiftungsmitarbeiter - und dieser Blick entscheidet nicht selten darüber, ob der Antrag überhaupt näher betrachtet wird. Nennen Sie hier präzise, worum es bei dem Projekt geht und welche Förderung Sie genau beantragen. Stellen Sie auch dar, welchen Nutzen die Stiftung von einer Förderung hätte, und bieten Sie weitere Informationen und ein persönliches Gespräch an.
Titelseite: Enthalten sein sollten alle wichtigen Fakten: genauer Projektname, Förderzeitraum, Name und komplette Kontaktdaten Ihrer Organisation und Datum.
Zusammenfassung: Geben Sie hier auf höchstens einer Seite einen Überblick und überzeugen Sie, warum gerade dieses Projekt gefördert werden sollte. Nennen Sie die Kernpunkte des Projekts, die Zielgruppe und Zielsetzung, Ort, Dauer, Budget und Personal, ihre Qualifikation für das Projekt und die beantragte Förderung.
Die ausführliche Fassung des Antrags könnte so gegliedert sein:
Einleitung: Ordnen Sie das Projekt kurz ein, nennen Sie Inhalt und Ziel, Ihre Befähigung zur Umsetzung und den Grund für eine Anfrage bei dieser Stiftung.
Die Organisation: Stellen Sie hier die zusammengetragenen Daten und Fakten über sich selbst überzeugend zusammen. Es geht darum, von Ihrer Seriosität und Kompetenz zu überzeugen.
Das Projekt: Hier werden alle gesammelten Informationen über Ihr Projekt anschaulich präsentiert: Gehen Sie dabei auf alle in Schritt 1 genannten Fragen ein. Beschreiben Sie Ihre Vision und Ziele, nennen Sie Problem und Bedarf, Ablauf und Meilensteine, Protagonisten, Orte, Zeitpläne, Zielgruppe, Einmaligkeit des Projekts, geplante Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation, Erfolgskontrolle, etc. Seien Sie konkret und nennen Sie Zahlen!
Finanzplanung: Erstellen Sie eine Übersicht über alle anfallenden Kosten und deren Deckung. Nennen Sie konkrete Zahlen, fassen Sie einzelne Kostenpunkte aber zusammen. Die Planung sollte schlüssig, übersichtlich gegliedert und transparent sein. Klar hervorgehen sollte, was das Projekt insgesamt kostet, wie hoch Eigenmittel und andere Fördermittel sind, wo diese beantragt wurden, und wie viel Geld von der Stiftung kommen soll. Beachten Sie dabei die Richtlinien der Stiftung bezüglich anderer Fördermittel, Eigenanteil, etc. Die Stiftung wird die Finanzplanung genau unter die Lupe nehmen. Sie muss also realistisch sein und stimmen, sonst verspielen Sie Ihre Glaubwürdigkeit - und die Chance auf eine Förderung.
Fazit / Ausblick: Geben Sie eine kurze Zusammenfassung des Projekts und einen Ausblick auf die Zeit nach dem Projekt, die Effekte, aber auch die eventuelle Fortführung. Ein Dank an die Stiftung und eine Begründung, warum Sie sich für diese entschieden haben, finden ebenfalls hier Platz.
Anlagen: Gibt es wichtige und interessante Dokumente? Geben Sie sie in den Anhang. Fotos, Pläne, der aktuelle Jahresbericht, eine Imagebroschüre, Referenzen, eine CD oder ein Film könnten weitere relevante Informationen liefern oder Ihre Kompetenz bezeugen. Wählen Sie allerdings genau aus und überlegen Sie, was tatsächlich von Bedeutung ist.
Ist der Antrag fertig, sollten Sie ihn noch mindestens zweimal genau durchsehen: Prüfen Sie ihn mit den Augen des Geldgebers: Ist alles verständlich und überzeugend? Sind Teile zu unkonkret oder zu detailreich? Wird deutlich, dass dieses Projekt ideal zum Stiftungszweck passt? Lassen Sie auch andere den Antrag lesen und bitten Sie um deren Meinung. Lesen Sie dann sorgfältig Korrektur. Rechtschreibfehler und falsche Grammatik werfen kein gutes Licht auf Sie und Ihren Antrag! Unterschreiben sollte übrigens der Chef - das zeigt, dass der Antrag Ihrer Organisation wichtig ist.
Tipp: Senden Sie den Antrag frühzeitig ab - auch wenn die Stiftung hierzu keine Vorgaben macht. Bedenken Sie: Es kann Monate dauern, bis eine Entscheidung fällt.
Die richtigen Taten: Abgeschickt - und dann?
Ist Ihr Gesuch bei der Stiftung angekommen, erhalten Sie eine Eingangsbestätigung – und für den Fall, dass es die Eingangsprüfung nicht bestanden hat, oft recht schnell auch eine Absage. Für diese kann es selbst bei einem guten Antrag viele Gründe geben, etwa dass das Budget erschöpft oder die Konkurrenz groß ist.
Kommt der Antrag in die nähere Betrachtung, kann einige Zeit vergehen, bis sich die Stiftung meldet. Drängeln Sie nicht! Gibt es aber etwas entscheidend Neues über Ihr Projekt, informieren Sie die Stiftung. Es kann auch sein, dass Sie zu einem persönlichen Gespräch geladen werden oder ein Stiftungsvertreter Ihr Projekt besuchen will. Darauf sollten Sie sich gut vorbereiten!
Sollte die Zusage kommen: Herzlichen Glückwunsch! Doch bedenken Sie: Zusage und Überweisung der Fördergelder sind nicht das Ende der Beziehung zur Stiftung, sondern der Anfang. Und Beziehungen wollen gepflegt werden. Planen Sie Zeit ein, informieren Sie sich, wie sich die Stiftung die Zusammenarbeit vorstellt, und treffen Sie Absprachen.
Wichtig ist, dass Sie die Stiftung über den Verlauf des Projekts und wichtige Änderungen informieren, sie nach Absprache in die Öffentlichkeitsarbeit einbinden, sie zu wichtigen Veranstaltungen einladen und den Kontakt halten. Informieren Sie sich auch, wie sich die Stiftung die Erfolgskontrolle des Projekts vorstellt und wie ein Abschlussbericht aussehen könnte.
Bedenken Sie: Eine zufriedene Stiftung als Partner kann die Basis für den nächsten erfolgreichen Projektantrag sein.
Tipp: Die Zusammenarbeit wird je nach Stiftung anders aussehen. Es gibt Stiftungen, die aktiv Einfluss auf die Inhalte des Projekts nehmen wollen, andere halten sich zurück und erwarten die optimale Umsetzung des Projekts. Sprechen Sie sich also mit der Stiftung ab.
Sieben Tipps auf einen Blick: So gelingt der Förderantrag
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Verstehen Sie sich als zukünftigen Partner einer Stiftung, nicht als Bittsteller!
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Verschicken Sie wenige, genau passende Anträge statt Massenmails!
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Investieren Sie Zeit in die Vorbereitung: Planen Sie gründlich, stellen Sie Informationen über Ihre Organisation, das Projekt und die Stiftung zusammen!
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Reichen Sie den Antrag nicht zu spät ein! Beachten Sie die vorgegebene Bewerbungsfrist!
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Halten Sie sich genau an die vorgeschriebenen Antragsmodalitäten der Stiftung!
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Schreiben Sie den Antrag aus dem Blickwinkel der Stiftung! Seien Sie konkret, nachvollziehbar, strukturiert und nennen Sie Zahlen!
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Denken Sie an die weitere Zusammenarbeit: Mit der Bewilligung hört die Partnerschaft nicht auf, sie fängt erst an!